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Tagung / Konferenz
Jenseits von Sozialdemokratie und Kommunismus?
Zur Problemgeschichte, Programmatik und Aktualität des Linkssozialismus. Wissenschaftlich-politische Konferenz

 

     Die Jahrhundertkrise des Kapitalismus zeigt – wie die Weltwirtschaftskrise 1929-1933 – einen Epochenumbruch in der Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaften an. Unklar sind derzeit sowohl die Lösungsform der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise als auch die Veränderungen im politischen Feld.

     Bei der Suche nach Alternativen und linken Lösungsmöglichkeiten werden auch Geschichte und Ideen der sozialistischen Bewegungen wieder zunehmend erforscht und öffentlich diskutiert. Biografie und andere Geschichtswerke erinnern dabei nicht zuletzt an linkssozialistische Traditionen zwischen und jenseits von Sozialdemokratie und Kommunismus. Was war dieser Linkssozialismus eigentlich? In welchem Zusammenhang stand er zu den ökonomischen und gesellschaftlichen Umbrüchen des 20.Jahrhunderts? Und sind seine Probleme und Lösungsvorschläge auch heute noch von Interesse für einen Sozialismus des 21.Jahrhunderts?

     Die zweitägige wissenschaftlich-politische Konferenz thematisiert die Problemgeschichte des Linkssozialismus und versucht, dem Zusammenhang von historischer Erfahrung und programmatischer Aktualität nachzuspüren. Es soll also gefragt werden, was der Linkssozialismus (in seiner ganzen Heterogenität) historisch und programmatisch eigentlich gewesen ist, welche theoretisch-politischen Vorschläge heute weiterhin tragfähig und was die Eckpunkte einer modernen linkssozialistischen Programmatik sind.

 

Konferenz-Themen:

- Der Linkssozialismus als Erbe und Kritik der Sozialdemokratie

- Linkssozialistische Kritiken und Alternativen zum Stalinismus

- Linkssozialistische Gewerkschaftskonzepte

- Problemfragen des Linkssozialismus: Staatskritik, Organisationsfrage, Geschlechterpolitik

- Sozialistische Transformation in der Krise des Finanzmarktkapitalismus

 

 zum Flyer

 

Ablauf:

 

Freitag, 11.12.2009

 

13.00 Uhr: Begrüßung Peeter Raane (Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW)

13:20 Uhr:  Eröffnungsvortrag von Arno Klönne (Zeitzeuge und Wissenschaftler, Gesamthochschule Paderborn):

Zur Geschichte und Aktualität des deutschen Linkssozialismus

 

14.00 – 15.45 Uhr:

Linkssozialismus als Erbschaft der Sozialdemokratie

- Das Jahr 1934: Die verpasste Chance des Linkssozialismus (Gerd-Rainer Horn, Universität Warwick (UK))

- Die Dilemmata des Linkssozialismus bei Max Adler, Otto Bauer und Joseph Buttinger (Christoph Jünke, Bochum)

Moderation: Stefan Müller

 

15.45 – 16.15 Uhr: Kaffeepause

 

16.15 – 18.00 Uhr:

Linkssozialismus und Stalinismus

- Linkssozialismus und Stalinismus im spanischen Bürgerkrieg (Reiner Tosstorff, Universität Mainz)

- Linkssozialistische Strömungen und Alternativen in der und zur SED (Thomas Klein, Zentrum für zeithistorische Forschung, Potsdam)

Moderation: Peter Bathke

 

 

Samstag, 12.12.2009

 

a) 10.00 – 12.30 Uhr:

Linkssozialismus als Kritik und Erneuerung von Sozialdemokratie und Gewerkschaften

- Gegen Anpassung und Resignation. Linkssozialistische Kritik der Sozialdemokratie seit den 50er Jahren (Gregor Kritidis, Universität Hannover)

- Linkssozialistische Erneuerung der Gewerkschaftspolitik? Das Beispiel der IG Metall-Bildungsarbeit der 60er und 70er Jahre (Stefan Müller, Duisburg)

- Linkssozialistische Konzepte zwischen Wirtschaftsdemokratie und Rätesystem (Joachim Bischoff, Hamburg)

Moderation: Marcel Bois

 

12.30-13.30 Uhr: Mittagspause (für Essen wird vor Ort gesorgt)

 

b) 13.30 – 15.45 Uhr:

Problemfragen sozialistischer Politik nach 1945

- Linkssozialistische Staatskritik bei Wolfgang Abendroth und Johannes Agnoli (Richard Heigl, Regensburg)

- „Nicht nach Köpfen, sondern nach Interessen organisieren“. Linkssozialistische Organisationsvorstellungen am Beispiel des Sozialistischen Büros (Gottfried Oy, Frankfurt)

- Rebellinnen im Männerbund. Linkssozialistische Frauen (Gisela Notz, Berlin)

Moderation: Philipp Kufferath

 

c) 16.00 – 18.00 Uhr:

Sozialistische Transformation in der Krise des Finanzmarktkapitalismus?

Podiumsdiskussion über die Krise als Epochenumbruch, das Erbe des Linkssozialismus und die Herausforderungen für eine programmatische Debatte der politischen Linken.

TeilnehmerInnen: Arno Klönne, Joachim Bischoff, Gisela Notz, Klaus Kinner

Moderation: Christoph Jünke

 

TeilnehmerInnen:

Joachim Bischoff ist Publizist und Abgeordneter von „Die Linke“ in der Hamburger Bürgerschaft. Zahllose Veröffentlichungen.

Richard Heigl arbeitet in der Computerbranche und als freischaffender Historiker in Regensburg, Autor von: Oppositionspolitik. Wolfgang Abendroth und die Entstehung der Neuen Linken, Hamburg 2008.

Gerd-Rainer Horn lehrt Geschichte an der University of Warwick (GB). Autor u.a. von: European Socialists Respond to Fascism, Ideology, Activism and Contingency in the 1930s, New York-Oxford 1996.

Christoph Jünke lebt und arbeitet als Historiker in Bochum. Autor u.a. von: Sozialistisches Strandgut. Leo Kofler – Leben und Werk (1907-1995), Hamburg 2007.

Klaus Kinner ist Geschäftsführer der Rosa Luxemburg-Stiftung Sachsen und Historiker. Zahllose Veröffentlichungen, u.a. als Herausgeber einer mehrbändigen Geschichte des Kommunismus und Linkssozialismus im Berliner Dietz-Verlag.

Thomas Klein war bis zu seiner Pension Mitarbeiter des Zentrums für zeithistorische Studien in Potsdam. Autor u.a. von: „Für die Einheit und Reinheit der Partei“. Die innerparteilichen Kontrollorgane der SED in der Ära Ulbricht, Köln 2002.

Arno Klönne ist Publizist und war bis zu seiner Emeritierung Professor für Politikwissenschaft an der Universität Paderborn. Zahllose Veröffentlichungen.

Gregor Kritidis ist wissenschaftlicher Mitarbeiter für Politikwissenschaft an der Universität Hannover, Autor von: Linkssozialistische Opposition in der Ära Adenauer. Ein Beitrag zur Frühgeschichte der Bundesrepublik Deutschland, Hannover 2008.

Stefan Müller ist Lehrbeauftragter für Geschichte an der Universität Duisburg-Essen, Autor einer demnächst erscheinenden Biografie zu Heinz Dürrbeck.

Gisela Notz ist Publizistin und war bis zu ihrer Pension Mitarbeiterin der Friedrich-Ebert-Stiftung Bonn. Zahllose Veröffentlichungen, u.a.: Warum flog die Tomate. Die autonomen Frauenbewegungen der Siebzigerjahre, Neu-Ulm 2006.

Gottfried Oy arbeitet als Sozialarbeiter in Frankfurt/M. und ist Autor u.a. von: Spurensuche Neue Linke. Das Beispiel des Sozialistischen Büros und seiner Zeitschrift links (1969-1997), Berlin 2007.

Reiner Tosstorff lehrt Geschichte an der Universität Mainz und ist Autor u.a. von: Die POUM in der spanischen Revolution, Köln 2006.

 

+++

 

Für diese Tagung wird eine Anmeldung erbeten und ein Teilnahmebeitrag erhoben.

Teilnahmebeitrag für beide Tage: 15 Euro (7 Euro ermäßigt); nur für Freitag: 5 Euro (2 Euro ermäßigt); nur für Samstag: 10 Euro (5 Euro ermäßigt)

In dem Teilnahmebeitrag enthalten sind die Kaffeepause am Freitag und das Mittagessen am Samstag.

Eine preiswerte Übernachtungsmöglichkeit in Mehrbettzimmern fußläufig zum Tagungsort bietet das City-hostel (Dorms & Dorm), Friedenstr.85, 47053 Duisburg.

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mit:

Arno Klönne, Gerd-Rainer Horn, Christoph Jünke, Reiner Tosstorff, Thomas Klein, Gregor Kritidis, Stefan Müller, Joachim Bischoff, Richard Heigl, Gottfried Oy, Gisela Notz

Termin:

11.12.09 13:00 bis 12.12.09 18:00

Ort:
Alte Feuerwache Hochfeld, Friedenstr. 5, 47053 Duisburg-Hochfeld

Region:
Nordrhein-Westfalen

Kategorie(n):

Demokratischer Sozialismus,
Zeitgeschichte

Teilnahmebeitrag:

beide Tage 15,- (erm. 7,-), nur Fr 5,- (erm. 2,-), nur Sa 10.- (erm.5.-)

Kontakt:

RLS Nordrhein-Westfalen, Tel:0203 3177392

Besonderheiten:

In Zusammenarbeit mit dem Gesprächskreis Geschichte der Rosa Luxemburg-Stiftung