Ausschreibung | Studie «Strukturwandel im Rheinischen Revier – Konzepte von links»

Aufforderung zur Angebotsabgabe; Bewerbungsschluss: 30.08.2019; Abgabefrist: 31.03.2020

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung. Gesellschaftsanalyse und politische Bildung e.V. schreibt eine Studie zum Thema Strukturwandel im Rheinischen Revier aus. Der Auftrag wird mit einem Honorar in Höhe von 20.000 Euro (brutto, inklusive projektbezogene Ausgaben) erteilt.

Kontext

Das Rheinische Braunkohlerevier erstreckt sich westlich des Rheins und deckt die Landkreise Viersen, Heinsberg, Düren, den Rhein-Erft-Kreis, den Rhein-Kreis Neuss sowie die Städteregion Aachen ab. Im Revier liegen die Tagebaue Garzweiler und Hambach sowie der Tagebau Inden, die drei großen Kraftwerksstandorte sind Neurath, Niederaußem und Weisweiler. Derzeit gibt es noch ca. 9.000 direkt Beschäftigte im Bergbau sowie in den Kraftwerken und noch einmal die etwa gleiche Anzahl Arbeitsplätze, die sich indirekt aus der Braunkohleverstromung ergibt. Auch in der sogenannten „Veredelung“ in Hürth und Frechen arbeiten ca. 1.000 Menschen.

Nach dem Willen der „Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ soll die Bundesregierung über die kommenden 20 Jahre für den Strukturwandel in alle betroffenen Regionen insgesamt 40 Milliarden Euro bereitstellen, davon 37 Prozent für das Rheinische Revier. Um die Verteilung dieser Mittel wird es erwartbar zu erheblichen Auseinandersetzungen kommen, an denen sich neben Vertretern der Landes- und Kommunalpolitik, der Privatwirtschaft, der Wissenschaft und Zivilgesellschaft auch linke Akteure mit eigenen Positionierungen und konzeptionellen Vorschlägen beteiligen werden.

Zielsetzung und Aufgabenstellung

Die Studie soll vor dem Hintergrund dieser Diskussionen ausgewählte wissenschaftliche Arbeiten und deren Maßnahmenkataloge für eine linke Strukturpolitik zusammentragen, auswerten und in ihrer Relevanz beurteilen. Neben sozialwissenschaftlichen und ökonomischen Arbeiten sollen auch konkrete Planungspapiere zum Strukturwandel im Rheinischen Revier einbezogen werden. Unter besonderer Berücksichtigung von sozial-ökologischer und arbeitsmarktpolitischer Transformation sowie strukturpolitischer Konversion sollen dabei Begründungszusammenhänge und Argumentationen für Kriterien, Vorgehensweisen und Ziele einer linken Strukturwandelpolitik im Rheinischen Revier erarbeitet und in die öffentliche Debatte eingebracht werden.

Zur Veranschaulichung sollen in der aktuellen Diskussion relevante Projekte identifiziert werden, die als positive Beispiele eines sozial-ökologischen Strukturwandels fungieren können. Im Zentrum des Interesses stehen dabei Ansätze, Konzepte und Projekte, in denen gemäß des Anspruchs globaler Klimagerechtigkeit sozial-ökologische Zielsetzungen und Strukturwandelperspektiven sinnvoll miteinander verschränkt sind. Zugleich geht es darum, auf entsprechende Lücken im gegebenen konzeptionellen Angebot aufmerksam zu machen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in diesem Sinne auf politischen Forderungen und Argumenten, die erfolgreich Eingang in die öffentliche Debatte fanden bzw. finden können und dadurch wirkmächtig im Sinne eines progressiven Strukturwandels werden.

Alle weiteren Informationen auf der Vergabeplattform:

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