Dokumentation #cross_solidarity - Internationale Solidarität in der Krise

Die aktuelle Praxis transnationaler Kooperation und Perspektiven der Organisierung. Dokumentation der internationalen Aktivist_innen-Konferenz.

Information

Veranstaltungsort

Cafe Ada
Wiesenstrasse 6
42105 Wuppertal

Zeit

26.04.2013 - 27.04.2013

Veranstalter

Silke Veth,

Themenbereiche

Ungleichheit / Soziale Kämpfe, Soziale Bewegungen / Organisierung, International / Transnational, Arbeit / Gewerkschaften

Mehr Information unter cross-solidarity.net

Internationale Solidarität neu lernen

International scheint die neue transnationale Kooperation kapitalismuskritischer Netzwerke und Organisationen eher an politisch-strategische Grenzen zu stoßen. Das unmittelbare «Praktisch-Werden» solidarischen Handelns hinkt vielfach den Wünschen und Potentialen der Beteiligten hinterher. Es mangelt an einer Bündelung der Kräfte, um die gemeinsame Handlungsmacht der transnationalen Kämpfe entscheidend zu stärken.

Die Tagung in Wuppertal hatte die aktuelle Praxis transnationaler Kooperation selbst zum Thema und dafür Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Basisbewegungen zusammengebracht. Anhand der Konfliktfelder Arbeit/Einkommen, Wohnen/«Recht auf die Stadt» sowie Flucht/Migration und EU-Krisenpolitik wurde in Wuppertal gemeinsam diskutiert und die eigene politische Praxis reflektiert. 

Einige der Leitfragen der Tagung waren: Wie lässt sich das Transnationale mit dem Lokalen verbinden? Wie können wir Solidarität konkret entwickeln? Wie unmittelbar und persönlich müssen politische Beziehungen sein, damit Solidarität wirksam wird? Wie können wir mit unterschiedlichen politischen Kulturen und Arbeitsweisen umgehen? Wie können unsere Rechte von Arbeiter_innen und Konsument_innen gegen transnationale Konzerne verteidigt und durchgesetzt werden? Wie können wir den Angriffen auf unsere Städte und Quartiere Widerstand entgegensetzen? Wie kann das "Recht zu bleiben" und das "Recht zu gehen" gleichzeitig erkämpft werden? Wie antworten wir auf die EU-Krisenpolitik?

Bericht vom Soli-Komitee Wuppertal:

Die Krisen sind international, ist es die Solidarität auch (noch)?

So oder ähnlich könnte die Ausgangsfrage zur zweitägigen Tagung im Wuppertaler ADA beschrieben werden, die sich vor dem geschichtlichen Hintergrund eines linken Fetischs – der ewig hochlebenden internationalen Solidarität – auf die Suche machen wollte nach heutigen solidarischen Ansätzen, die die Grenzen der Staaten überschreiten. Doch damit nicht genug: #cross_solidarity sollte auch damit beginnen, diese Ansätze, so sie denn gefunden würden, zusätzlich thematisch miteinander zu verschränken.

Für dieses anspruchsvolle Vorhaben hatte die Rosa Luxemburg Stiftung hochinteressante Referentinnen und Referenten eingeladen, die einen guten (Teil-) Querschnitt derzeit aktiver sozialer Bewegungen repräsentierten. Auf der Gästeliste fehlten dabei dankenswerterweise diesmal jene, die vor allem die großen Rhetorik-Windmaschinen in Sachen Solidarität vertreten. Anstelle von VertreterInnen großer Einheitsgewerkschaften, Kampagnen-Schlachtschiffe oder linker Lobby-Organisationen wimmelten Aktivisten und Aktivistinnen von Basisgewerkschaften und konkret aktiven Flüchtlings- oder Recht-auf-Stadt-Initiativen durch die verschiedenen Workshops und Panels.

Der inhaltliche Aufbau der Konferenz versprach spannende Begegnungen. So sollten, nach einem gemeinsamen Auftakt am Freitagabend, am folgenden Samstag in jeweils parallel stattfindenen Workshops drei Hauptthemenfelder aktueller Krisen abgesteckt werden: Die Arbeitswelt, migrantische Bewegungen und urbane Konfliktfelder. Zum Auftakt diskutierten Christos Giovanopoulos (solidarity4all) aus Athen, Kelly  aus Frankfurt vom Blockupy-Bündnis, Angela Klein (Europäische Märsche gegen Erwerbslosigkeit und Ausgrenzung) und Klaus Hess vom Wuppertaler Infobüro Nicaragua mit Gerhard Klas zunächst die Rahmenbegriffe. Als Impulsgeber der themengruppierten Workshops brachten sich u.a. VertreterInnen von Boats4People und Welcome2Europe, von IMECE aus Istanbul oder der andulusischen LandarbeiterInnengewerkschaft SAT ein. Zum Abschluss, so der Plan, würden dann zwei parallele Workshops die Ergebnisse der vorhergehenden Themenrunden zusammenführen, und sich dabei auf zwei Bereiche konzentrieren, die für transnationale solidarische Perspektiven entscheidend sind: Konkrete Aktionen und Nutzung neuer Medien. (...)

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Internationaler Solidaritätsspaziergang am 26.4. in Duisburg-Bruckhausen

Während des Spazierganges am und beim anschließenden Mittagessen im Gemeindehaus gab es Gelegenheit zum Austausch zwischen Anwohner_innen und Aktivist_innen über die bereits seit Jahrzehnten währenden zermürbenden Auseinandersetzungen, die Erschöpfung und Resignation vieler Anwohner_innen aber auch die Hartnäckigkeit und Kreativität jener, die sich z.B. nach wie vor weigern ihre Wohnungen zu verlassen, auch wenn der Bagger schon die Nebenhäuser einreißt. 

Es bot sich zudem auch die  Möglichkeit zu einem kurzen Gespräch in der offenen Planungswerkstatt. Dort entwickeln  Anwohner_innen und Studierende aus Weimar gemeinsam einen Gegenentwurf zum sogenannten “Grüngürtel”-Projekt und sammeln so Erfahrungen mit einem basisdemokratischen Planungsansatz: www.survival-kit-duisburg-nord.de

Hier findet sich eine Fotogalerie vom Solidaritätsspaziergang durch Duisburg-Bruckhausen, an dem internationale Stadtaktivist_innen und Konferenzteilnehmer_innen, u.a. aus Chile, der Türkei, Großbrittanien, Spanien, Frankreich und den Niederlanden teilnahmen

Zum Flickr-Album

Wir danken der Fotografin Katrin Gems. Auf ihrer Website zeigt sie weitere Bilder vom Alltag und der Zerstörung ihres Stadtteils.

Eröffnung am 26.4.2013:

Video: R-mediabase

Neue Web-Technologien ersetzen nicht die persönlichen Treffen. Und klar, die größten Probleme sind mangelnde Ressourcen (Geld, Personen) und Sprachbarrieren.
Videoclip mit Interviews mit Aktivist_innen und Teilnehmer_innen der Konferenz: