6. Dezember 2018 Lesung/Gespräch Imperiale Lebensweise – Leben wir alle auf Kosten anderer?

Information

Veranstaltungsort

TU Dortmund, Sozialforschungsstelle
Evinger Platz 17
44339 Dortmund

Zeit

06.12.2018, 18:00 - 20:00 Uhr

Themenbereiche

Globalisierung, Kapitalismusanalyse

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Wir leben in einer Zeit, in der sich der Globale Norden nach wie vor an den ökologischen und sozialen Ressourcen des Globalen Südens bedient. Unsere Muster von Produktion und Konsum erfordern einen überproportionalen Zugriff auf Ressourcen, Arbeitskraft und biologische Senken der restlichen Welt. Mit anderen Worten: Die Ausbeutung von Mensch und Natur hält nach wie vor an – und nimmt weiter an Fahrt auf.

In ihrem Buch bezeichnen Ulrich Brand und Markus Wissen dies als unsere „imperiale Lebensweise.“ Ausgehend von dieser Einsicht, geht es sodann darum, die vielfältigen Alternativen, wie sie derzeit gegen die dominanten Entwicklungen praktiziert werden, auf ihre Verallgemeinerungsfähigkeit und auf ihre verbindenden, die gesellschaftliche Wirkmächtigkeit steigernden Elemente zu befragen: Inwieweit zeichnen sich in den Bewegungen für Energiedemokratie, Ernährungssouveränität oder solidarische Ökonomie die Umrisse einer Vergesellschaftung ab, die in einem starken Sinne demokratisch ist, die also in dem Prinzip gründet, dass alle, die von den Folgen einer Entscheidung betroffen sind, gleichberechtigt an deren Zustandekommen mitwirken? Dies ist eine der zentralen Fragen, denn sie verweist auf ein gesellschaftliches Ordnungsprinzip, das dem der imperialen Lebensweise diametral entgegengesetzt ist.

Wohin treibt die menschliche Zivilisation und was hat das mit unserer Lebensweise zu tun? Irgendwie spüren es alle – die ökologischen und sozialen Verwerfungen auf der Erde verhindern ein gutes Leben für alle und gefährden das Überleben der Menschheit. Trotzdem verfestigt und verallgemeinert sich global eine Lebensweise, die Krisen wie die Klimakrise verursacht.

Die meisten Menschen stehen hilflos vor dieser Situation. Den eigenen Konsum ändern? Reicht das? Und wenn ja, was genau? Geht ein „richtiges Leben“ in einer „falschen Welt“? Politisch entschlossen eingreifen? Welche offensichtlich starken Interessen verhindern ein Umsteuern? Wie und wo fängt man an?

Über diese Fragen wollen wir mit Markus Wissen diskutieren. Er hat zusammen mit Ulrich Brand 2017 das Buch „Imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von Mensch und Natur in Zeiten des globalen Kapitalismus“ (oekom Verlag) veröffentlicht.

Markus Wissen ist Professor für Gesellschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt sozial-ökologische Transformationsprozesse an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin.


In Kooperation mit dem Rosa-Luxemburg-Club Dortmund

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