14. September 2020 Diskussion/Vortrag Das deutsche Manchester? Höllenstadt, Boomtown? Oder was? - Die Urbanisierung des Wuppertals im 19. Jahrhundert

Aus der Reihe: Engels200

Information

Veranstaltungsort

Otto-Roche-Forum der Bergischen VHS
Auer Schulstr. 20
42103 Wuppertal

Zeit

14.09.2020, 19:30 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, Erinnerungspolitik / Antifaschismus, Engels 200

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Barmen und Elberfeld zählten im frühen 19. Jahrhunderts zu den Boomtowns in Deutschland. Sie entwickelten sich in atemberaubendem Tempo zu einem der führenden deutschen frühindustriellen Zentren. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts genoss diese Doppelstadt an der Wupper einerseits den Ruf eines prosperierenden Modernisierungszentrums, andererseits bildeten sich hier die Schattenseiten des Industriekapitalismus durch soziales Elend und ökologische Belastungen geradezu hautnah ab. Dieser Entwicklung verdankte Elberfeld das Etikett eines deutschen Manchesters, jene Textilstadt mit dem exponentiellen Wachstum im Nordwesten Englands, die manchem aufgeregten Betrachter geradezu als urbane Ablagerung eines ungebremsten Kapitalismus galt. Einer, der sich dort sehr gut auskannte, war der Barmer Unternehmersohn Friedrich Engels. Er hatte das Elend der Arbeiterslums von Little Ireland in Manchester und Salford mit eigenen Augen gesehen und genauestens analysiert. Sie erschienen ihm als steingewordener Nachweis der zerstörerischen Kraft eines schrankenlosen Kapitalismus. Aber traf der Vergleich die Realität? Die Shock-City überragte nämlich in der Mitte des 19. Jahrhunderts ihre vermeintlich deutsche Variante in Sachen Wachstum, Armut, Umweltbelastung, aber auch Reichtum um Längen. Rudolf Boch geht dem Realitätsgehalt dieser Erzählung nach und beschreibt den Entwicklungsprozess des Wuppertals im 19. Jahrhundert.

Prof. Rudolf Boch (Chemnitz)
Rudolf Boch ist Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der TU Chemnitz. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Geschichte des Wachstumsdenkens sowie die langfristigen Prozesse der wirtschaftlichen und sozialen Integration Europas seit dem 18. Jahrhundert. Rudolf Boch forscht und publiziert darüber hinaus zur Unternehmer- und Unternehmensgeschichte sowie zur Arbeitergeschichte sowie zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Sachsens. Er ist einer der Autor*innen des aktuellen Handbuches „Geschichte des Bergischen Landes“.

  • Moderation: Stefan Seitz
  • Der Eintritt ist frei. Es gilt das Prinzip "Pay what you like" (Zahle, was Du magst).


Veranstaltung im Rahmen der Politischen Runde "Engels200"
Die Veranstaltungsreihe wird organisiert von der Bergischen VHS in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

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Rosa-Luxemburg-Stiftung Nordrhein-Westfalen

Telefon: 0203 3177392