3. September 2018 Arbeitstreffen Urban Citizenship: Politiken der Bürger*innenschaft und das Recht auf Stadt für Alle

"Let's build a Solidarity City - Von Zugehörigkeit und gleichen Rechten - Konzepte, Erfahrungen, lokale Handlungsfelder"

Information

Veranstaltungsort

Der Tagungsort wird noch bekannt gegeben
51467 Köln

Zeit

03.09.2018, 20:00 - 23:00 Uhr

Themenbereiche

International / Transnational, Staat / Demokratie

Zugeordnete Dateien

Während der Pass oftmals das ausschlaggebende Kriterium für politische, wirtschaftliche und soziale Rechte darstellt, wächst weltweit die Zahl derer, die auf eine legale Existenz und grundlegende Rechte in den Ländern, in denen sie leben, verzichten müssen. Die Veränderungen durch Migration, insbesondere der Städte, wird dabei häufig mit Fokus auf kultureller Differenz und ethnischem Anderssein als krisenhaft dargestellt.

„Urban Citizenship“ versucht den Komplex Migration/Stadt anders zu fassen - über Fragen nach Teilhabe, dem Zugang zu Ressourcen und Rechten. Jenseits ethnisierend-kulturalistischer Zuschreibungen lenkt es den Blick auf migrantische Handlungsmacht. Im Sinne einer post-migrantischen Gesellschaft besteht die Stadt schon längst aus denjenigen, die kamen und da sind und heißt diejenigen willkommen, die noch kommen werden. So stellen etwa einige US-Städte seit einigen Jahren ID-Karten für Stadtbewohner*innen aus, die unabhängig von Nationalität und Aufenthaltsstatus den Zugang zu Rechten und Teilhabe ermöglichen.

Welche Perspektiven und Potenziale bietet Stadtzugehörigkeit im Sinne einer urban citizenship?

MIT:

  • Henrik Lebuhn (Humboldt Universität Berlin)
  • Niki Kubaczek (Soziologe, transversal texts/eipcp)
  • Sheri Avraham (Künstlerin, Akademie der bildenden Künste Wien, IG Bildende Kunst)
  • Stefanie Kron (Referentin für Internationale Politik und soziale Bewegungen der Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin)


Die Veranstaltung ist Teil unserer Veranstaltungsreihe "Let's build a Solidarity City - Von Zugehörigkeit und gleichen Rechten - Konzepte, Erfahrungen, lokale Handlungsfelder" Stell dir vor, du lebst in einer Stadt, in der alle Menschen die gleichen Rechte haben; in der alle Menschen zugehörig sind, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus. - einfach, weil sie in dieser Stadt leben und deshalb Teil sind und teilhaben sollen. Stell dir eine solidarische Stadt Köln vor. Solidarity Cities sind der Versuch, die Politik der Städte dieser Realität der Migration anzupassen und das Recht auf Stadt, unabhängig von Pass, Herkunft oder Einkommen einzufordern. Es geht um die Idee einer Stadt, in der sich alle frei und ohne Angst vor Abschiebung bewegen können, in der alle Bewohner*innen gleichermaßen am öffentlichen Leben und an den Institutionen teilhaben.

Die Realität ist eine Andere: Vielen Geflüchteten und Migrant*innen wird das Recht, hier zu bleiben und der Zugang zu sozialer Infrastruktur und Teilhabe verwehrt, manchmal obwohl sie in Köln aufgewachsen sind. Arbeitsmigrant*innen aus anderen EU-Staaten dürfen und sollen zwar arbeiten, haben aber oft keinen Zugang zu sozialen Leistungen oder menschenwürdigem Wohnraum. Die Verknüpfung von Rechten an Nationalität ist dabei längst aus der Zeit gefallen: Schon immer ist Migration menschliche Normalität und Teil unseres Alltags, insbesondere in den Städten.

Ansätze einer solchen Stadtpolitik von unten, zeigen sich bereits in alltäglichen Kämpfen, in denen Menschen den Einschränkungen durch staatliche Behörden trotzen oder auf die Ausnutzung von Grauzonen drängen. Sie zeigt sich in der Versorgung von Menschen ohne Papiere, der Selbstorganisierung von Geflüchteten für die Durchsetzung ihrer Rechte, der Erstreitung anonymer Gesundheitskarten für Menschen ohne Krankenversicherung, der Verhinderung von Abschiebungen oder der gewerkschaftlichen Organisierung prekarisiert arbeitender Migrant*innen. Weltweit wächst die Zahl städischer Initiativen, die sich politisch, rechtlich oder praktisch gegen das nationale Migrationsregime stellen.

Mit der Veranstaltungsreihe wollen wir uns auf die Suche machen. Zusammen mit Gästen aus Köln und anderen Städten wollen wir uns fragen: Eine Stadt für Alle, wie kommen wir dahin? Und was können wir aus Erfahrungen anderer Städte lernen?


Eine Kooperationsveranstaltung von und mit: Interventionistische Linke Köln, AG Bleiben (Solidarity City Colongne), Kein Mensch ist illegal Köln, Allerweltshaus Köln, Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit Köln, Kein Veedel für Rassismus

Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Nordrhein-Westfalen

Telefon: 0203 3177392