17. Juni 2017 Tagung/Konferenz Fake Democracy

Demokratie in Afrika: Trugbild oder Chance?

Information

Veranstaltungsort

Stadtgarten Saal
Venloer Straße 40
50672 Köln

Zeit

17.06.2017, 11:00 - 18:30 Uhr

Veranstalter

Rosa-Luxemburg-Stiftung Nordrhein-Westfalen

Themenbereiche

International / Transnational

Zugeordnete Dateien

Fake Democracy

Konferenz im Rahmen des africologneFESTIVAL 2017 mit Gästen aus acht afrikanischen Ländern und dem politischen Kabarett «ZAMBEZI NEWS».

«Wagen wir es, die Zukunft zu erfinden» Thomas Sankara, 1983

In mehreren afrikanischen Ländern versuchen Präsidenten ihre Amtszeit per Verfassungsänderung bzw. -bruch zu verlängern. Dagegen protestieren nicht nur oppositionelle Parteien, Gewerkschaften und NGOs, sondern auch Musiker*innen, Rapper*innen, Theater- und Filmschaffende. Beim africologne dialogFORUM soll am Beispiel der Länder Demokratische Republik Kongo, Republik Kongo und Burundi analysiert werden, mit welchen Mechanismen autokratische Herrscher ihre Macht zu sichern versuchen. Außerdem diskutieren Aktivist*innen, Künstler*innen und Intellektuelle aus Senegal, Burkina Faso und Gambia Möglichkeiten und Grenzen aktueller Demokratiebewegungen in ihren Ländern. Auch internationale Verflechtungen und westliche Interessen werden zu untersuchen sein (ebenso der Einfluss Chinas). Viele afrikanische Machthaber/Regime, die der westlichen Welt bzw. ihren ehemaligen Kolonialmächten Privilegien garantieren, werden - ungeachtet ihrer zweifelhaften oder verbrecherischen Politik gegenüber der eigenen Bevölkerung - geduldet oder gar unterstützt.Bekannt ist, dass viele insbesondere rohstoffreiche Länder und ihre Bevölkerungen bedeutend wohlhabender sein könnten, wenn es ein System der ‚Good Governance‘ ohne Intransparenz, Korruption, lokale Inter-essenskonflikte und globalen Verstrickungen geben würde, wenn also vorhandener Reichtum gerecht verteilt werden könnte. Auch wird zu fragen sein, welche Verantwortung die europäischen Bevölkerungen tragen. Diese und viele andere Aspekte sollen aus den Perspektiven der geladenen Gäste debattiert werden.

FAKE DEMOCRACY schließt an das erste africologne dialogFORUM «Das Ende der Geduld –Protestbewegungen und politischer Wandel in (West-)Afrika» an, zu dem im Rahmen des africologne-FESTIVALs 2015 zusammen mit FilmInitiativ Köln eingeladen wurde. Mit Aktivist*innen und Künstler*innen wurde ermittelt, welche Chancen und Risiken es für die anstehenden Wahlen gibt und was es braucht, um Zivilgesellschaften zu stärken.

Mit dem diesjährigen dialogFORUM soll analysiert werden, welche Erfahrungen gemacht wurden und welche neuen Erkenntnisse es hinsichtlich der Kernproblematik gibt und wie dem von afrikanischer aber auch von europäischer Seite zu begegnen ist. Dabei soll insbesondere beleuchtet werden, welche Rolle die Kunst und die Möglichkeiten von Künstler*innen spielen.

Zum FESTIVAL 2017 wurden mehrere Theaterprojekte eingeladen, die sich mit politischen Texten und gesellschaftlichen Umbrüchen und Revolten auseinandersetzen. Beim dialogFORUM selbst wird die simbabwische Kabarett-Truppe ZAMBEZI NEWS zu Gast sein und mit einer fiktiven Nachrichtensendung die propagandistische Berichterstattung der staatlichen Rundfunkgesellschaft parodieren und damit die theoretischen Debatten auflockern.

Teilnehmer*Innen dialogFORUM:
Prof. Felwine Sarr (Autor und Wirtschaftswissenschaftler, Senegal), Serge Bambara aka Smockey (Aktivist Balai Citoyen und Musiker, Burkina Faso), Odile Sankara (Schauspielerin, Burkina Faso), Dieudonnée Niangouna (Kongo/Brazzaville), Dr. Ndongo Samba Sylla (Programm- und Forschungs-manager im Westafrika- Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Dakar, Senegal) Freddy Sabimbona (Künstler, Burundi), Wendy Bashi (Journalistin und Filmemacherin, DR Kongo), Etienne Minoungou (Künstler, Burkina Faso), Bubacarr Sankanu (Filmemacher und Blogger, Gambia), Zambezi News (Po-lit-Kabarettisten aus Zimbabwe)
Simultan-Übersetzung Deutsch/Englisch/Französisch

In Kooperation mit FilmInitiativ Köln e.V. und Le Tarmac in Paris, wo das dialogFORUM am 15.6. stattfindet.

Weitere Informationen: www.africologne-festival.de/programm/fake-democracy/


Bildhinweis: Serge Bambara aka Smockey (Foto: Herby Sachs)

Standort

Kontakt

Carola Diallo

Projektmanagerin Westafrika , Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +49 (0)30 44310-445