19. Oktober 2017 Film «Jean Ziegler – der Optimismus des Willens»

Filmvorführung mit einem Input von Jürgen Weber

Information

Veranstaltungsort

Kino Lichtwerk
Ravensberger Park 7
33607 Bielefeld

Zeit

19.10.2017, 19:00 - 22:00 Uhr

Themenbereiche

Ungleichheit / Soziale Kämpfe, International / Transnational

Kosten

Normalpreis: 10,50 €
Ermäßigter Preis: 8,00 €

Zugeordnete Dateien

1964 chauffierte Jean Ziegler den damals schon legendären Che Guevara während der ersten Weltzuckerkonferenz der UNO tagelang durch Genf. In seiner Begeisterung für die Kubanische Revolution bat er Che Guevara, ihn dahin mitzunehmen. Che lehnte mit den Worten „Dein Platz ist hier. Hier ist das Hirn des kapitalistischen Monsters, hier musst du kämpfen!“ seine Bitte strikt ab.
Seit her prangert Jean Ziegler unermüdlich als Schriftsteller, Soziologieprofessor (Genf und Paris), sozialdemokratischer Abgeordneter im Schweizerischen Nationalrat (bis 1999) und Mitglied in UNO Ausschüssen (Recht auf Nahrung, Menschenrechte) die Macht der Manager des Finanzkapitals und die Verantwortlichen für den Hunger in der Welt an. Sein Engagement ist bis heute mit über 82 Jahren ungebrochen. Doch als er schließlich selbst nach Kuba reist, trifft er die karibische Insel im Wandel an und sieht plötzlich seine Utopien auf den Prüfstand gestellt.

Der Film ist ein kluges und hintersinniges Portrait des weltbekannten Globalisierungskritiker und Menschenrechtler Jean Ziegler.
Der Filmemacher Nicolas Wadimoff näherte sich dem Schweizer Soziologen mit kritischer Empathie. „Ich verhehle nicht, dass ich Respekt und Zuneigung für ihn empfinde. Mein Film bereitet ihm keinen roten Teppich. Das habe ich ihm zu Beginn unserer Zusammenarbeit klargemacht.“ sagte der Exstudent in einem Interview über seinen Exprofessor.

Wadimoff drehte in Mexico, Algerien, Palästina und in Afrika, denselben Terrains, in denen sich auch Ziegler persönlich auskennt.
In 2016 ist der Film auf internationalen Filmfestivals (z.B. Locarno und Montreal) mit großem Erfolg gezeigt worden. Dieses Jahr wurde ihm der Schweizerische Filmpreis Quarz als Bester Dokumentarfilm verliehen.

„Vom marxistischen Theoretiker Antonio Gramsci stammt das Paradox, einen Pessimismus des Verstandes und einen Optimismus des Willens in Nüchternheit zusammenzudenken. Die politische Unruhe, die darin steckt und die Nüchternheit aushebeln will, verkörpert Jean Ziegler in Nicolas Wadimoffs schönem Portrait über ihn in jeder Faser.“ (Martin Walder, Neue Zürcher Zeitung)

 


Eine Veranstaltung in Koopration mit RLC Bielefeld, Kino Lichtwerk, Bielefeld und Jürgen Hillmer.


 

Standort