6. Juni 2018 Buchvorstellung 50 Jahre 1968 – Warum flog die rote Tomate?

Buchpräsentation und Gespräch mit Gisela Notz

Information

Veranstaltungsort

Altstadtbuchhandlung & Büchergilde
Breite Straße 47
53111 Bonn

Zeit

06.06.2018, 19:30 - 22:00 Uhr

Themenbereiche

Geschichte

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Begleitend zur Aufführung von KARL UND ROSA im Stadttheater Bonn

2018 steht im Zeichen von Karl Marx, der in diesem Jahr 200 Jahre alt würde. Es wird viele Kongresse und Publikationen geben, die sich mit diesem wichtigen Mann beschäftigen. Das Jahr 2018 ist aber noch aus einem anderen Grunde ein historisch wichtiges Jahr: 1968 machte sich eine Generation junger Menschen auf, um die Gesellschaft zu verändern. 1968 ist zu einer Chiffre geworden für eine Revolte, die soviel in Gang gesetzt und so viel angestoßen hat, dass sie auch 50 Jahre danach noch zum Buhmann taugt. Schließlich wird das Engagement von „damals“ für die „Zerrüttung“ alles Möglichen verantwortlich gemacht.
Das gilt auch für die im Rahmen der Studentenbewegung entstandene Neue Frauenbewegung. Deren Entstehung war bereits in der Kritik der studentischen Bewegungen begründet. Obwohl bei vielen Demonstrationen und Aktionen dieser Zeit Frauen führend beteiligt waren und sie auch innerhalb des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) keine untergeordnete Rolle spielten, spielten die Probleme, die Frauen aufgrund der traditionellen geschlechtsspezifischen Arbeits- und Aufgabenverteilung hatten, bei den „Helden der Bewegung“ praktisch keine Rolle. Die sogenannten 68er setzten damit eine Tradition fort, die sich auch in den älteren Frauenbewegungen gezeigt hatte: Trotz vielfältigen Engagements, das die Frauenbewegungen in Deutschland zu allen Zeiten auszeichnete, blieben die spezifisch weiblichen Lebensbedingungen lange Zeit kein zentrales Thema gemischtgeschlechtlicher sozialer und Protestbewegungen. Auch 50 Jahre nach 1968 ist mehr von den „Revolutionären“ die Rede als von den „Revolutionärinnen“ und ihren Anliegen.  Mit der Neuauflage dieses 2006 zuerst veröffentlichten Büchleins sollen die revoltierenden Frauen in den Mittelpunkt gerückt werden.

Dr. Gisela Notz, Sozialwissenschaftlerin. Lebt und arbeitet in Berlin. 1985 bis 1997 Redakteurin der Zeitschrift „beiträge zur feministischen theorie und praxis“; jetzt von Lunapark21, zeitschrift zur kritik der globalen ökonomie. Bis 2007 Wissenschaftliche Referentin für Frauengeschichte im Historischen Forschungszentrum der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn. Lehrbeauftragte und Vertretungsprofessuren an verschiedenen Universitäten. Arbeitsschwerpunkte: Geschichte der ArbeiterInnenbewegung, alternative Ökonomie, Frauen-, Familien- und Sozialpolitik. Herausgeberin des Wand-Kalenders „Wegbereiterinnen“, erscheint seit 2003 und wird fortgesetzt. Zuletzt erschienen: „Kritik des Familismus“, Stuttgart 2015. „50 Jahre 1968: Warum flog die Tomate? Die autonomen Frauenbewegungen der Siebzigerjahre“, Neu-Ulm: AG SPAK Bücher 2018, aktualisierte und erweiterte Neu-Auflage. In Kürze erscheint: „Wegbereiterinnen. Berühmte, bekannte und zu Unrecht vergessene Frauen aus der Geschichte“, Neu-Ulm 2018.


In Kooperation mit der Altstadtbuchhandlung & Büchergilde sowie dem Rosa-Luxemburg-Club Bonn

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