29. Juni 2017 Diskussion/Vortrag Das Alternative Handelsmandat: Option für einen gerechten Welthandel?

Diskussion über Protest und Wirkungsmacht der Zivilgesellschaft anlässlich des G20-Gipfels

Information

Veranstaltungsort

Bürgerhaus Bilk im Salzmannbau
großer Saal im Erdgeschoss
Himmelgeister Str. 107 h
40225 Düsseldorf

Zeit

29.06.2017, 19:30 - 21:30 Uhr

Themenbereiche

Ungleichheit / Soziale Kämpfe, Staat / Demokratie

Zugeordnete Dateien

Mit Nelly Grotefendt, Berlin (Forum Umwelt und Entwicklung) und Thomas Eberhardt-Köster, Düsseldorf (Attac-Koordinierungsrat)
Moderation: Roland Schneider, Düsseldorf

Am 7./8. Juli findet in Hamburg das G20-Treffen statt. Seit dem ersten G20-Gipfel in Washington 2008 gehört auch das Thema Handel zur ständigen Agenda der G20. Seit der Weltwirtschaftkrise 2007/2008 sind die globalen ökomonischen Probleme nicht gelöst worden und die politischen Probleme haben sich international zugespitzt. Realökonomie und Finanzsektor sind nach wir vor unsicheren Entwicklungstendenzen unterworfen. Die soziale Ungleichheit, die in vielen Ländern rechtspopulistische Bewegungen hervorgerufen hat, ist enorm gewachsen, nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch zwischen den Staaten. Um so wichtiger wird die Debatte darüber, wie jenseits von TTIP, CETA und TiSA die internationalen Handelsbeziehungen auf eine neue Basis gestellt werden können.

Das Alternative Handelsmandat, dem in Europa mehr als 50 Organisationen beigetreten sind, in Deutschland u.a. Attac, WEED, Miserior,, Powershift und Colibri e.V., sowie mehr als ein Dutzend außereuropäischer Organisationen und
Netzwerke, formuliert eine Alternative zur neoliberalen Freihandelsdoktrin des ökonomischen Wettrüstens. Das Alternative Handelsmandat ist ein ethisches Normenwerk, in dem Wege und Institutionen für einen gerechten Welthandel formuliert werden. Entlang dieser konkreten Normen ist eine politökonomische und vor allem öffentliche Debatte notwendig, um aufzueigen, mit welchen Instrumenten das Alternative Handelsmandat als Option für eine andere internationale Handelspolitik erfolgreich umgesetzt werden kann.

Ökonomie ist Gesellschaftswissenschaft und kann daher auch nicht ohne die Formulierung solcher normativen Vorgaben arbeiten. Da die neoliberale Wissenschaft einseitig ist, mit nicht offen gelegten Interessen und Nutznießern, bedarf es des öffentlich formulierten Drucks, um eine auch alternative Form des ökonomischen Denkens zu etablieren. Die Arbeit von Attac und von Forum Umwelt und Entwicklung, aber auch der Vielzahl anderer Organisationen und Netzwerke, hat den Widerspruch erstarken lassen und gesellschaftlich sichtbar gemacht, auch wenn er innerhalb der Parteienlandschaft nur unzureichend Widerhall findet.


In Kooperation mit dem Rosa-Luxemburg-Club Düsseldorf e.V. und attac Düsseldorf



Lektüretipps zum Thema:

1) Forum Unwelt & Entwicklung:
Hin zu einem alternativen Handelsmandat für die EU – Eine Einladung zur Beteiligung

2) Forum Unwelt & Entwicklung:
Grundzüge einer neuen, mehrheitsfähigen Handels- und Aussenwirtschaftspolitik
ein Beitrag von Jürgen Maier

3) Handel: Zeit für eine neue Vision.
Allianz für ein Alternatives Handelsmandat

4) Das Alternative Handelsmandat, Kurzfassung;
in: Scholz, Helmut (Hg.) (2017): Handel(n) von links. Alternativen zur Handelspolitik der Europäischen Union, Hamburg 2017

5) Christen, Christian; Eberhardt-Köster, Thomas; Süß, Roland:
Friede, Freude, Freihandel. Theorie, Ideologie und Praxis einer fixen Idee.
Hamburg 2017 (AttacBasisText 49)

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