8. November 2017 Seminar Marx auf Feministisch

Feministischer Lesekreis. Bitte anmelden!

Information

Veranstaltungsort

ZAKK
Fichtenstr. 40
40233 Düsseldorf

Zeit

08.11.2017, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Geschlechterverhältnisse, Soziale Bewegungen / Organisierung, Kapitalismusanalyse

Zugeordnete Dateien

Start war am 11. Oktober.  Jeden 2. Mittwoch im Monat von 19-21 h.
Bitte anmelden bei: melanie.stitz@rls-nrw.de


„Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“, lautet der marxistische Imperativ, den sicher auch viele Feministinnen gerne unterschreiben.
Dennoch scheinen unsere verschiedenen Befreiungsbegehren allzuoft im Widerstreit miteinander zu liegen. Unsere politische Praxis gleicht daher manchmal einem Doppelleben und wir haben das Gefühl, zwischen den Stühlen zu sitzen. Mal ist es die „Frauenfrage“, die spaltet und daher angeblich vertagt werden muss auf bessere Zeiten, mal sind es Themen wie Rassismus, Ökologie, LGBTIQ… 

Anschaulich spricht Frigga Haug vom „Herrschaftsknoten“, in dem wir alle miteinander verstrickt sind: Wenn die einen an ihren Ketten zerren, wird es für die anderen enger. Ein Knoten lässt sich nur dann lösen, wenn wir ihn an allen Enden zugleich zu lockern versuchen.

Inwiefern kann eine marxistisch-feministische Perspektive da nützlich sein? Wir werden „alle eure begriffe erweitern müssen wie röcke“, schrieb Dorothee Sölle einmal in einem Gedicht an „chuck ´n´ freddy“, alias Marx und Engels. Wieso kommt die wichtige Frage der Reproduktion im Marxismus so kurz – und wie lässt sich diese nacharbeiten? Kurzum: Wie können wir Marx feministisch gebrauchen?
Gemeinsam lesend wollen wir uns in kleinen Schritten dieses große Themenfeld erschließen.

In der ersten Sitzung am 11. Oktober haben wir uns darüber ausgetauscht, aus welcher Richtung und mit welchen Fragen wir uns auf das Thema Marxismus-Feminismus zu bewegen. Gemeinsam haben wir das Gedicht "schwierigkeiten mit chuck ´n´freddy" von Dorothee Sölle gelesen und besprochen. Sölle (1929-2003) gilt als bedeutende Theologin und Sprachwissenschaftlerin mit besonderem Augenmerk für feministische und politische Theologie. In ihrem Gedicht an Marx und Engels beschreibt sie ihr Verhältnis zu Marx bzw. zum Marxismus als Frau (und zudem noch Christin).

In dieser Sitzung wollen wir uns zunächst in der "Kopfgymnastik" mit Brecht üben und dann einsteigen, Stück für Stück den Beitrag "Marxistische Refundierung des Feminismus, feministische des Marxismus" zu lesen.
Das Gedicht sowie der Aufsatz stammen aus dem Argument-Buch "Wege des Marxismus-Feminismus", siehe: neu.inkrit.de/mediadaten/Argument314-Flyer.pdf


Literaturangaben (siehe pdf oben):

Frigga Haug: "Marxistische Refundierung des Feminismus, feministische des Marxismus"
Dorothee Sölle: "schwierigkeiten mit chuck ´n´freddy"

beides aus: Wege des Marxismus-Feminismus, Das Argument 314, Heft 4/5 - 2015

Mit freundlicher Genehmigung des Argument-Verlags.
 


Veranstaltet von der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW, ZAKK und Wir Frauen e.V.


 

Standort