29. Oktober 2019 Diskussion/Vortrag Wohnen ist Menschenrecht – Wege zur Rückeroberung

mit Knut Unger

Information

Veranstaltungsort

Galerie "Lebende Wände"
Hauptstr.2
41236 Mönchengladbach

Zeit

29.10.2019, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Kapitalismusanalyse, Commons / Soziale Infrastruktur, Stadt / Kommune / Region, Wohnen

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Widerstand gegen Spekulanten: Im Kampf ums Wohnen steht dem Immobilienkapital eine wachsende Mieterbewegung gegenüber, die von der Kapitalseite wohl noch nicht als echte Bedrohung begriffen wird. So titelte die Frankfurter Allgemeine Zeitung Mitte April: »Wieso enteignen? Unsere Aktien kann jeder kaufen.«

Das Zitat stammt von Thomas Hegel, früherer Chef des drittgrößten deutschen Immobilienkonzerns, der LEG Immobilien AG. Hegel bezog sich damit auf das in Berlin gestartete Volksbegehren »Deutsche Wohnen und Co. enteignen«, das ein Gesetz zur Vergesellschaftung von Unternehmen mit mehr als 3.000 Wohnungen zum Ziel hat.

Die Debatte in der Bundeshauptstadt hat – das zeigt die lapidare »Antwort« des Ex-Konzernlenkers – eines geschafft: Es wird laut über Alternativen nachgedacht, wie Menschen in dieser Klassengesellschaft die Dinge selbst in die Hand nehmen können. Unabhängig davon, inwiefern die Vorschläge der Berliner Aktivisten die kapitalistischen Eigentumsverhältnisse hinterfragen, ist die Initiative das Ergebnis wachsenden Widerstandes gegen ungebremste Spekulation. Denn wer eine Wohnung in den Ballungszentren sucht, was meistens nicht aus Langeweile, sondern aus materieller Not oder Zwangslagen heraus geschieht, hat nichts zu lachen.

Unabhängige Studien belegen immer wieder, dass Bestandsmieten dank Modernisierungsumlage und anderer Maßnahmen stetig steigen. Auf der anderen Seite können sich Gering- wie Normalverdiener die Angebotsmieten in Neubauten immer weniger leisten. Hier entlarvt sich das Mantra der Immobilien-Lobby, welches von den Unionsparteien bereitwillig weiterverbreitet wird: »Bauen, bauen, bauen.«

Wo Wohnraum Ware ist, lässt Widerstand nicht ewig auf sich warten. Wo leer stehende Wohnungen besetzt und Zwangsräumungen verhindert werden, Druck von unten auf vorgeblich »linke« Regierungen gemacht und Mieterhöhungen nicht zugestimmt wird, da wird eine alternative Form des Zusammenlebens vorstellbar. Werden die Profiteure des Mietenwahnsinns benannt und Freiräume erkämpft, können antikapitalistische Initiativen ihre Wirkung entfalten.

Wohnen ist Menschenrecht – Wege zur Rückeroberung: Welche Möglichkeiten es gibt und was schon getan wurde, dass möchten wir heute mit unserem Gast Knut Unger vom MieterInnenverein Witten und Umgebung e.V. sowie Plattform kritischer Immobilienaktionär*innen diskutieren.


In Kooperation mit dem Rosa-Luxemburg-Club Mönchengladbach

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