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Dokumentation : Updating radical democracy! Über Hegemonie und radikale Demokratie

Die Postmarxistin Chantal Mouffe eröffnete die „Luxemburg Lectures“, eine neue internationale Vorlesungsreihe der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Rund 200 Zuhörer*innen kamen ins Berliner Abgeordnetenhaus.

Wichtige Fakten

Veranstaltungsort
Abgeordnetenhaus von Berlin
Niederkirchnerstrasse 5
10117 Berlin
Datum
12.05.2009
Veranstalter
Rainer Rilling,
Mit
Chantal Mouffe, University of Westminster, London; Michael Brie, IfG der RLS; Thomas Flierl, RLS-Kulturforum; Kolja Möller, prager frühling (Moderation); Alex Demirovic, TU Berlin; Katja Kipping, DIE LINKE
Themenbereiche
Gesellschaftstheorie

Details

Die belgische Politikwissenschaftlerin Chantal Mouffe hatte sich die Aufgabe gestellt, ihren in den 80er Jahren gemeinsam mit Ernesto Laclau entwickelten Postmarxismus auf seine Aktualität hin zu überprüfen. Welche Veränderungen und Konkretisierungen sind angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen der letzten zwanzig Jahre geboten, so die Fragestellung der Vorlesung.

Alex Demirovic formulierte in seinem Kommentar eine theoretisch informierte Kritik dieser Konzeption, Katja Kipping untersuchte in praktisch-politischer Hinsicht, in wie weit postmarxistische Ansätze einen Leitfaden für eine Erneuerung linker Politik bereitstellen können. Michael Brie skizzierte eingangs Mouffes Interpretation von Rosa Luxemburg als Beitrag für eine substantielle, radikale Reintrepretation des Demokratieverständnisses Luxemburgs. 

Mouffe entwickelte ihr hegemonietheoretisches Argument auf der Grundlage einer Kritik von Hardt/Negris „Multitude“-Konzeption und deren Votum für „Exodus“, dem sie ein Plädoyer für radikale Intervention entgegensetzte. Kontrovers wurde die Debatte, als Mouffe und Demirovic (und das Publikum) über die Frage der „Exklusion“ stritten: Hegemonie geht zwingend mit Exklusion einher und ist geradezu unvermeidlich (so Mouffe), wogegen Demirovic die Arbeit an der Möglichkeit einforderte, Hegemonie und Exklusion zu relativieren und letztlich in den zentralen historischen Konfliktpunkten das Element der Exklusion zu überwinden. 

Gemeinsam mit Ernesto Laclau hat Chantal Mouffe in den 1980er Jahren in „Hegemonie und radikale Demokratie. Zur Dekonstruktion des Marxismus“ die theoretischen Grundlagen einer radikaldemokratischen Linken ausgearbeitet. Unterschiedliche Aspekte der Veröffentlichung, insbesondere die diskurstheoretische Lesart des gramscianischen Hegemoniekonzepts, haben ganze Forschungszweige inspiriert. Mouffes Studien zur „agonalen Demokratie“ sind in politischen Theoriediskussionen populär und wurden von ihr in den letzten Jahren weiter verfolgt, die hegemonietheoretischen Grundlagen und ihre Verbindung zu praktischen politischen Auseinandersetzung sind demgegenüber zumindest in der akademischen Rezeption ein wenig aus dem Blickfeld geraten.

 
In Kooperation mit dem Magazin „prager frühling“.

Die Postmarxistin Chantal Mouffe eröffnete die „Luxemburg Lectures“, eine neue internationale Vorlesungsreihe der Rosa-Luxemburg-Stiftung. 

Einführung zur ersten „Luxemburg Lecture“ mit Chantal Mouffe

Dauer
08:44
Details: Einführung zur ersten „Luxemburg Lecture“ mit Chantal Mouffe

Einführung und Begrüßung zum Auftakt der ersten „Luxemburg Lecture“ mit: Chantal Mouffe, University of Westminster, London; Michael Brie, IfG der Rosa-Luxemburg-Stiftung; Thomas Flierl, RLS-Kulturforum; Kolja Möller, prager frühling (Moderation); Alex Demirovic, TU Berlin; Katja Kipping, DIE LINKE

Chantal Mouffe: Updating radical democracy!

Dauer
35:48
Details: Chantal Mouffe: Updating radical democracy!

Vortrag im Rahmen der „Luxemburg Lectures“ von Chantal Mouffe, University of Westminster

Kommentar von Katja Kipping zu Chantal Mouffe

Dauer
13:45
Details: Kommentar von Katja Kipping zu Chantal Mouffe

Katja Kipping zum Vortrag „Updating radical democracy“ von Chantal Mouffe, University of Westminster im Rahmen der „Luxemburg Lectures“

Alex Demirovic diskutiert Chantal Mouffes Thesen

Dauer
6:41
Details: Alex Demirovic diskutiert Chantal Mouffes Thesen

Alex Demirovic formuliert in seinem Kommentar auf der ersten „Luxemburg Lecture“ eine theoretisch informierte Kritik der Konzeption Chantal Mouffe und Ernesto Laclau.

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