Dokumentation Abtreibungsverbot in Polen – Kampf gegen die Macht des Staats und der Kirche

Videodokumentation des Vortrags zur Frauenbewegung in Polen von Dr. Monika Barwinska-Moll (Ruhr-Universität Bochum)

Information

Zeit

21.04.2021

Mit

Dr. Monika Barwinska-Moll

Themenbereiche

Geschlechterverhältnisse

Die Abtreibungsdebatte hat in Polen eine lange Tradition. Im Jahr 2016 wurde eine Verschärfung des Abtreibungsgesetzes durch den „Schwarzen Protest“ (Czarny Protest) und Online-Aktivitäten verhindert. 2020 entfachte die Einmischung der Kirche zusammen mit der rechtskonservativen Regierungspartei PiS die Debatte erneut und löste eine neue Protestwelle der Frauen gegen die Justiz, den Staat und die Kirche aus. Als das polnische Verfassungsgericht im Oktober 2020 das faktische Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen bestätigte, formierte sich in Polen gar der größte Protest im Land seit 1989.

In der Online-Veranstaltung am 21. April 2021 gab Dr. Monika Barwinska-Moll einen kurzen historischen Einblick in die Geschichte der polnischen Frauenbewegung und erläutert kulturelle, soziale und politische Faktoren, die in der Abtreibungsdebatte eine bedeutsame Rolle spielen. Anschließend veranschauliche sie die Entwicklung der letzten fünf Jahre und ihre Resonanz in der Frauenbewegung in Polen.

Dr. Monika Barwinska-Moll ist Lehrbeauftragte für polnische Literatur- und Sprachwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum.

Es war die zweite Veranstaltung im Rahmen der Reihe «Zwischen Aufbruch und Widerstand: LGBTIQ* und Frauenrechte weltweit» von Bahnhof Langendreer e.V. in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW. Die Dokumentation der ersten Veranstaltung, die die Frauenbewegung in der Türkei zum Thema hatte, findet sich hier auf unserer Webseite.