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Dokumentation : Umkämpfte Gerechtigkeit – emanzipatorische Aufbrüche und linke Utopien in der Krise

Tagungsband

Wichtige Fakten

Datum
22.11.2025 - 23.11.2025
Themenbereiche
Kapitalismusanalyse, Geschlechterverhältnisse, Arbeit / Gewerkschaften, Wirtschafts- / Sozialpolitik, Partizipation / Bürgerrechte, Gesellschaftstheorie, Commons / Soziale Infrastruktur

Details

Zum UN-Welttag der Sozialen Gerechtigkeit am 20. Februar 2026 erscheint der digitale Tagungsband zum DISS Kolloquium vom November 2025 unter dem Titel: „Umkämpfte Gerechtigkeit – emanzipatorische Aufbrüche und linke Utopien in der Krise“. Der Band bietet die Langfassungen der Beiträge, die das Versprechen eines Sozialstaates programmatisch aufgreifen.

Die versammelten Texte entfalten historische und gegenwartsbezogene Utopien jenseits neoliberaler Alternativlosigkeit und antworten damit direkt auf die Gefahr, dass autoritäre und technokratische Zukunftsentwürfe zur hegemonialen Erzählung werden: Sie rekonstruieren einerseits Traditionen sozialer Utopien – von Platon über Morus bis zu postmateriellen Szenarien – und zeigen andererseits, dass die materiellen und intellektuellen Voraussetzungen für freiheitliche, egalitäre Gesellschaftsformen längst vorhanden sind und nicht einem vermeintlichen Sachzwang geopfert werden müssen.

Die Beiträge setzen an sozialen Voraussetzungen von Gerechtigkeit an: Unter anderem arbeiten sie heraus, wie gewerkschaftliche Aufbrüche und neue Allianzen Antworten auf prekarisierte Lebenslagen geben oder wie aufsuchende politische Bildung durch macht- und feldkritische Strategien jene erreicht, die von politischer Bildung und Teilhabe noch immer systematisch ausgeschlossen werden.

Schließlich werden vergessene Ressourcen einer jüdischen Gerechtigkeitstradition rekonstruiert, von genossenschaftlicher Selbstorganisation (‚Rechte statt Almosen‘) bis zu gemeinwohlorientierten Konzepten wirtschaftlichen Erfolgs. Es zeigt sich: Es gibt tragfähige historische Modelle für einen demokratischen, sozialstaatlich verfassten Umgang mit Armut, Bildung und Teilhabe. Die Rehabilitierung solcher Perspektiven stellt ein zentrales Gegengift gegen oligarchische, autoritäre und sozialdarwinistische Projekte dar, die derzeit die Machtprobe suchen.​ 

Der Tagungsband wird in gedruckter Form beim Unrast-Verlag in der Edition DISS im Mai 2026 erscheinen.

Inhalt

  • MARVIN CHLADA: Zur Geschichte der Sozialutopie
  • HELMUT KELLERSHOHN: Vom autoritären Liberalismus zum libertären Autoritarismus
  • DR. TINO HEIM: Trump2.0 und die widersprüchlichen Allianzen zwischen transnationalistisch-transhumanistischen Tech-Oligarchen und protektionistischen Nationalchauvinisten
  • ZOE LUGINSLAND & RUBY REBELDE: Im Kampf mit Babylon – Folgenreiche Erzählmotive aus weißer Frauenbewegung und christlicher Fürsorge
  • DR. JOBST PAUL: Die gerechte Gesellschaft – Grundzüge Jüdischer Sozialethik
  • FANNY ZEISE: Erneuerung im Gegenwind – Erfahrungen mit konfliktorientierter, demokratischer und politischer Gewerkschaftsarbeit
  • NELE RATHKE: Aufsuchende politische Bildung – wenn Alltagssorgen öffentlich verhandelt werden

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