Nachricht | Geschlechterverhältnisse - Kommunikation / Öffentlichkeit «Was ich anhatte…»

Wanderausstellung zum Thema sexualisierte Gewalt gegen Frauen tourt durch NRW

Angela, Leila, Caro, Franca… – die Frauen sind unterschiedlich alt, leben an verschiedenen Orten und ihre Namen sind geändert, doch sie haben eines gemeinsam: Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt.

Für das Thema möchte die Wanderausstellung «Was ich anhatte…» sensibilisieren und mobilisieren. Die Geschichten von zwölf Frauen, die sexualisierte Gewalt erfahren haben, werden in der Ausstellung durch ihre getragene Kleidung anonym erzählt.

Sexualisierte Gewalt bezeichnet jeden Übergriff auf die sexuelle Selbstbestimmung. In Deutschland erleben zwei von drei Frauen im Laufe ihres Lebens sexuelle Belästigung und jeder siebten Frau widerfährt schwere sexualisierte Gewalt. Frauen mit Behinderung sind nochmal zwei bis dreimal so häufig von sexualisierter Gewalt betroffen (BMFSFJ 2021).

Frauen werden nicht vergewaltigt, weil sie einen Minirock tragen.

 – Beatrix Wilmes, Initiatorin der Ausstellung

Weder ihre Kleidung noch ihr Verhalten tragen Schuld an einer solchen Gewalttat. Doch oft kommt es zu einer Täter-Opfer-Verkehrung, auch victim blaming genannt. Auf diese falsche Opferschuld macht die Ausstellung «Was ich anhatte…» aufmerksam.

Die Installation besteht aus Kleidungsstücken und den dazugehörigen Geschichten der Frauen. Exponate der Ausstellung sind größtenteils die Original-Kleidung der Frauen. Wenn diese nicht mehr existierte, wurde sie originalgetreu in Secondhand-Läden nachgekauft. Die jeweiligen Berichte geben Einblicke in die Gedanken und Gefühle der Betroffenen und ihren Weg der Verarbeitung. Die Motivation der teilnehmenden Frauen: Sie wollen nicht darüber schweigen, sondern anderen Überlebenden Mut machen.

Gefördert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung ist die Ausstellung bis Ende des Jahres in verschiedenen Städten in NRW zu sehen. Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei.

Termine
  • 27.06.‒11.07. Dortmund (Berswordt-Halle, Südwall 2-4) – zur Veranstaltung
  • 13.08.‒27.08. Beckum (Kulturbahnhof, Bahnhofplatz 1)
  • 17.10.‒30.10. Mülheim (Hochschule Ruhr West, Duisburger Str. 100)
  • 18.11.‒05.12. Bonn (Stadthaus, Berliner Platz 2)
  • 25.11.‒15.12. Rheinisch-Bergischer Kreis (in Planung: Wermelskirchen, Kattwinkelsche Fabrik; Rösrath, Schloss Eulenbroich; Bergisch Gladbach)

Der Besuch der Ausstellung kann aufwühlen. Flyer von Frauenberatungsstellen und Frauennotrufen liegen aus. Ebenso die Telefonnummer 08000 116 016 des bundesweiten Hilfetelefons Gewalt gegen Frauen.