Beschreibung
Identitätsdiskurse sind nicht abstrakt – sie buchstabieren die Person: «Arbeiterkind» – «Bildungsaufsteigerin» – mal als «deutsch» geframt, mal «migrantisch» gelesen, je nach Setting und Gegenüber. Das Stammeln in der Be- oder Zuschreibung lässt Lücken, bietet Möglichkeiten: denn ohne Halt für die Selbst-Identifikation werden die Haltepunkte selbst gewählt.
Beschreibung
«Ich, die Behauptung. Die Behauptung: Ich.
Das bisschen Leben. Die wenige geliehene Zeit,
umrahmt mit Haut und Haar.»
In einem Westdeutschen Dorf der 90er Jahre lernen sich die Kinder Ann und Ander auf dem Friedhof kennen. Sie entdecken hinter der porösen Friedhofsmauer einen geheimen Ort, an dem die Namenlosen vor Zeiten verscharrt und beinahe vergessen wurden. Doch der murmelnde Lichterbaum Pana-O-Keng erinnert sich. Hier treffen sich die Kinder nun täglich und lauschen den Geschichten Pana-O-Kengs.
In der biografischen Fiktion «Konstrukt für Puppe» lotet A.I. Hilfrich performativ die Möglichkeiten des Erinnerns aus. In klingenden Geschichten formen sich Szenerien zwischen Biografie, Fiktion und Wunsch, mit Körper(n) und Stimme(n), Video und Leinwand. Verspielt verschränken sich Poesie und Sachlichkeit, es entfaltet sich collagenhaft eine Kindheit auf dem Land und skizziert eine bedrückendes Stimmungsbild eines Deutschlands der 90er Jahre.
Konzept/Text: A.I. Hilfrich
Regie: Christina Böckler
Performance/Puppen/Gesang: A.I. Hilfrich
Keyboard: Semi Zekirov
Liedgut:
u.a. Ludwig Hirsch, Georg Kreisler und Nina Simon
Figuren:
A., P., Ann, Ander, Pana-O-Keng - der murmelde Lichterbaum, Puppenkopf (Beobachter), WackelDackel, Puppe mit Baby, Bär, Mutter & Vater, DorfKinder, das Grab des Ehrenwerten
Eine Veranstaltung im Rahmen des Platzhirsch Festivals Duisburg. Das Projekt «Konstrukt für Puppe»wurde von der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW unterstützt.
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Rosa-Luxemburg-Stiftung Nordrhein-Westfalen
E-Mail: post@rls-nrw.de
Telefon: 0203 3177392