23. November 2020 Diskussion/Vortrag Kein Kapitalismus ist auch (k)eine Lösung? Gesellschaft neu denken

StreitGespräch mit Ulrike Herrmann, Gregor Gysi und Uwe Schneidewind. Aus der Reihe: Engels200

Information

Veranstaltungsort

Otto-Roche-Forum der Bergischen VHS
Auer Schulstr. 20
42103 Wuppertal

Zeit

23.11.2020, 19:30 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, Demokratischer Sozialismus, Gesellschaftstheorie, Engels 200

Zugeordnete Dateien

Bist Du noch zu retten? Wer erinnert sich nicht an das geflügelte Wort aus der Vergangenheit, wenn man gerade wieder im Begriff war, eine hoffnungslose Dummheit anzustellen? Angesichts von ökonomischen Krisen, sozialen Verwerfungen, weltweiter Armut, ökologischer Verwüstung und rechtspopulistischem Mainstream ist Kapitalismuskritik nach Jahrzehnten der kollektiven Tabuisierung längst wieder zum Thema geworden. Ist der Kapitalismus noch zu retten? Und überhaupt: Warum kommt es eigentlich zu Finanzkrisen? Warum sind die Reichen reich und die Armen arm? Wie funktioniert Geld? Woher kommt das Wachstum? Ökonomen haben bisher -mehr oder weniger erfolgreich- versucht, die Welt zu beschreiben. Es kommt aber darauf an, sie zu verändern… Die renommierte Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann lieferte mit ihrem breit diskutierten Buch den Titel für dieses Streitgespräch über die Zukunft des Kapitalismus und die Frage nach der Gesellschaft, in der wir künftig leben wollen: Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung. Oder doch? Gregor Gysi sagt, die Menschheit brauche eine neue Utopie, Gesellschaft müsse neu gedacht werden. Uwe Schneidewind, der Direktor des renommierten Wuppertalinstitutes, hält den notwendigen Umbau zu einer sozial und ökologisch gerechten Welt für machbar. Das setze allerdings Zukunftskunst voraus: die Fähigkeit, kulturellen Wandel, kluge Politik, neues Wirtschaften und innovative Technologien miteinander zu verbinden. Was würde Friedrich Engels dazu sagen?

Es diskutieren
Ulrike Herrmann (Berlin)
Ulrike Herrmann ist Bankkauffrau und Journalistin. Sie studierte Geschichte und Philosophie an der FU in Berlin und absolvierte die Henri-Nannen-Schule. Seit 2006 ist sie Wirtschaftskorrespondentin der taz, unter anderem mit dem Spezialgebiet Finanz- und Eurokrise. Ulrike Herrmann ist darüber hinaus wissenschaftliche Mitarbeiterin der Körber Stiftung, Pressesprecherin der Hamburger Gleichstellungssenatorin und Autorin zahlreicher Bücher, darunter der beziehungsreiche Titel "Der Sieg des Kapitalismus". 2016 erschien ihr viel diskutiertes Buch "Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung. Was wir heute von Adam Smith, Karl Marx und John Maynard Keynes lernen können".

Dr. Gregor Gysi (Berlin)
Gregor Gysi absolvierte nach der Polytechnischen und während der erweiterten Oberschule eine Ausbildung zum Facharbeiter für Rinderzucht. Nach dem Jurastudium an der Humboldt-Universität Berlin arbeitete er seit 1971 als Rechtsanwalt in Berlin. Promotion 1976. Von Dezember 1989 bis Januar 1993 Vorsitzender der PDS, Mitglied der Volkskammer vom 18. März bis 2. Oktober 1990 und Vorsitzender der PDS-Fraktion. Von 1990 bis 2002 Mitglied des Bundestages. 1998 bis Oktober 2000 Vorsitzender der PDS-Fraktion. Seit August 2002 ist er wieder als Rechtsanwalt tätig. 2005, 2009 und 2017 wird er im Wahlkreis Berlin-Treptow-Köpenick jeweils direkt wieder in den Bundestag gewählt. Zuletzt erschien von ihm ein Buch mit dem Titel „Marx und wir: Warum wir eine neue Gesellschaftsidee brauchen“.

Prof. Uwe Schneidewind (Wuppertal)
Uwe Schneidewind ist Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer der Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH sowie Professor Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit der Schumpeter School of Business and Economics der Bergischen Universität Wuppertal. Von 1997 bis 2010 war er an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg zunächst Professor für Betriebswirtschaftslehre und später deren Präsident. Zuvor ein Jahr lang Managementberater bei Roland Berger & Partner in Düsseldorf. Uwe Schneidewind gewann zahlreiche Preise und Auszeichnungen, etwa im Cicero-Ranking der 500 wichtigsten deutschsprachigen Intellektuellen (2019) oder im FAZ-Ökonomen-Ranking der 100 einflussreichsten deutschen Ökonomen (2017). Er bekleidet zahlreiche öffentliche Ämter, ist u.a. Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen und Mitglied des Club of Rome. Zuletzt erschien sein Buch „Die Große Transformation“.


Veranstaltung im Rahmen der Politischen Runde "Engels200"
Die Veranstaltungsreihe wird organisiert von der Bergischen VHS in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Standort

Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Nordrhein-Westfalen

Telefon: 0203 3177392