20. Februar 2021 Konzert „Eine Welt zu gewinnen“ - Chor- und Orchesterkonzert des kritischen Erinnerns

Aus der Reihe: Engels200

Information

Veranstaltungsort

Historische Stadthalle
Johannisberg 40
42103 Wuppertal

Zeit

20.02.2021, 19:30 - 21:30 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, Erinnerungspolitik / Antifaschismus, Kunst / Performance, Engels 200

Zugeordnete Dateien

„Eine Welt zu gewinnen“ – diese Worte stammen aus dem Kommunistischen Manifest von Friedrich Engels und Karl Marx. Das weltberühmte Buch gehört zu den meistgelesenen Texten der Menschheit. Der große tschechische Komponist Erwin Schulhoff komponierte das Manifest in kongenialer Musik zu einem Konzerterlebnis von internationalem Format. Als NRW-Erstaufführung ist dieses Werk in der Historischen Stadthalle Wuppertal zu hören. In dem durch seine hervorragende Akustik weltweit bekanntem Konzerthaus lassen in einer einmaligen Vorstellung 180 Musiker*innen aus Wuppertal, Düsseldorf, Bremen, Köln und Melbourne dieses große Werk erklingen. Eine zugleich ergreifende und wie auch kritische Erinnerung an den berühmten Sohn Wuppertals in Tönen – Friedrich Engels eigene Worte übersetzt in große Musik.

Erwin Schulhoff wurde 1894 in Prag geboren. Das musikalische „Wunderkind“ gehörte bald zu den musikalischen Stars der europäischen DADA-Bewegung. Eine seiner musikalischen Antworten auf den Ersten Weltkrieg war das erste „komponierte Schweigen“ überhaupt: In seinem Stück „In futurum“ gibt es ausschließlich Pausen. Mit dieser bis heute berührenden, anklagenden Stille schuf Erwin Schulhoff ein Zeichen künstlerischen Widerstandes gegen den Krieg. Angesichts der wachsenden Gefahr des Faschismus näherte er sich dem Kommunismus an. Für die Nazis verkörperte dieser auch in Deutschland zunehmend berühmte Komponist und Pianist ein mehrfaches Feindbild. Als Pazifist und Kommunist, als Jude und als Schöpfer Neuer Musik stand er auf der Schwarzen Liste des NS-Regimes ganz oben. Nach der deutschen Besetzung von Prag wurde Erwin Schulhoff in das Konzentrationslager Wülzburg verschleppt, wo er 1942 an den Haftbedingungen starb.

Die in verschiedenen Sprachen aufführbare Großkantate „Kommunistický Manifest“ schrieb Erwin Schulhoff 1931. Außerdem erklingt in diesem Konzert die berühmte „Coriolan“-Ouverture von Ludwig van Beethoven - anlässlich dessen 250. Geburtstags. Mit seinem berühmten Orchesterwerk „Coriolan“ setzte auch Beethoven ein deutliches musikalisches Zeichen gegen Gewalt. Heute, im Engels- und Beethoven-Jahr 2020, kann „Coriolan“ gehört werden als musikalisch-kritischer Kontrapunkt zu allen Formen militanten „Heldentums“ – gegenwärtigen wie historischen. Nicht zuletzt auch als Kontrapunkt zur Gewalt im Denken von Friedrich Engels.

Das Konzertprogramm

Ludwig van Beethoven „Coriolan“-Ouverture
Albert Lortzing aus der Revolutionsoper „Regina“
Ulrich Klan „Seid Sand“
Erwin Schulhoff „Das Kommunistische Manifest“ op. 82
für Vokalsolist*innen, Erwachsenenchöre, Kinderchöre und Orchester
Text Friedrich Engels und Karl Marx - NRW-Erstaufführung

Die Mitwirkenden

Dorothea Brandt (Sopran) – Wuppertal
Joslyn Rechter (Alt) – Melbourne/Köln
Christian Georg (Tenor) – Bremen
Mauricio Virgens (Bass) – Köln
Chor der Konzertgesellschaft Wuppertal – Leitung: Georg Leisse
Tao-Chor Düsseldorf – Leitung: Markus Maczewski

Wuppertaler Kurrende – Leitung: Markus Teutschbein

Young Voices der Bergischen Musikschule – Leitung: Andrea Anders
Internationaler Else-Chor der Gesamtschule Else Lasker-Schüler – Leitung: Ulrich Klan 
Deutsche Rhein-Philharmonie Düsseldorf – Leitung: Desar Sulejmani
Ulrich Klan – Musikalische Leitung

  • Tickets: 25 / 20 /15 / 10 Euro (mit Vorverkaufsermäßigung)
    Tickets online oder in den Vorverkaufsstellen von Wuppertal-Live.de (u.a.Wuppertal-Elberfeld: Ticket-Zentrale oder die Wuppertal Touristik / Wuppertal-Barmen: Musikhaus Landsiedel-Becker / Düsseldorf-Mitte: Hollmann Ticketing in der Heinrich-Heine-Galerie)


Eine Veranstaltung der Armin T. Wegner-Gesellschaft e. V. www.armin-t-wegner.de

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und die Rosa Luxemburg Stiftung im Rahmen des Projektjahres Engels2020 der Stadt Wuppertal.

Standort

Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Nordrhein-Westfalen

Telefon: 0203 3177392