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20. Juni 2026: Tagung/Konferenz : Hans Mayer und die „Roten Kämpfer“

Linke Arbeiterpolitik am Ende der Weimarer Republik und Kölner Akteure

Wichtige Fakten

Veranstaltungsort

EL-DE-Haus / NS-DOK
Appellhofplatz 23-25
50667 Köln

Zeit
20.06.2026, 13:30 - 17:30 Uhr
Themenbereiche
Deutsche / Europäische Geschichte, Erinnerungspolitik / Antifaschismus, Parteien- / Bewegungsgeschichte

Beschreibung

Hans Mayer und die „Roten Kämpfer“

Im November 1927 stieß der der junge Hans Mayer auf die Einladung einer Marxistischen Studentengruppe, die eine „Arbeitsgemeinschaft über Historischen Materialismus“ abhalten wollte. Für den immer wissbegierigen Jurastudenten ein völlig unbekanntes Thema. „Ich konnte mir unter dem Historischen Materialismus nicht das mindeste vorstellen.“ Neugierig ging er hin und stellte in seinen Erinnerungen später fest: „Jener Abend bei der Marxistischen Studentengruppe hat mein Leben verändert.“

Auch wenn man ihm nicht gerade freundlich in dieser Gruppe begegnete, ging er trotzdem hin, obwohl er nichts von Marx und Engels, von materialistischer Dialektik oder Basis und Überbau wusste. Er blieb jedoch angesteckt von den für ihn neuen Themen. Als nächstes vertiefte er sich in die Lektüre von dem damals viel gelesenen und zitierten Buch Georg Lukács „Geschichte und Klassenbewußtsein“. Danach besaß sein Denken „eine neue Dimension“.

„Lukács wies mir als seinem Leser nach, wo ich im geschichtlichen Augenblick stand, oder auch stehen könnte. Nun war es innerlich für mich vorbei mit dem lethargischen Hinnehmen des Bestehenden, dass mir immer unerträglich vorkam…. Ich entdeckte die Geschichte und das marxistische Denken.“ Gemeinsam mit anderen „Roten Kämpfern mischte er sich in die Politik ein.

Die erste Ausgabe der Zeitschrift „Der Rote Kämpfer“ erscheint am 1. November 1930 in Bochum. Der letzte Satz des kommunistischen Manifests ist das Leitmotiv „Proletarier aller Länder vereinigt euch!“

Im Editorial heißt es: „Der „rote Kämpfer“ will dazu beitragen, das Proletariat zu befreien von den Täuschungen und Verhüllungen bürgerlichen Denkens und bürgerlicher Gesinnung. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen zur Veränderung der bürgerlichen Wirklichkeit und des bürgerlichen Staates, zur entschiedenen Bekämpfung des Faschismus und zur Entfaltung eines einheitlichen proletarischen Klassenbewusstseins. Der „rote Kämpfer“ wird geschrieben von Sozialdemokraten und für Sozialdemokraten.“ (RK, Heft 1)

Themen der ersten Nummer sind 12 Jahre Republik, Brüning und die SPD, Reichsbahner und faschistische Gefahr sowie die Politik der KPD. Ab Nr. 4 erscheint der „Rote Kämpfer in Köln und wird von Hans Mayer sowie Albert Jovishoff herausgegeben. Nr. 10, die letzte Ausgabe des „Roten Kämpfer“, wird dann von Berlin und Dresden aus redigiert.

Mit ihren Ausgaben im Jahr 1930 und 1931 reflektiert die Zeitschrift auch vom heutigen wissenschaftlichen Stand ausgesehen, sehr gut die politische Situation zur Zeit der großen Wirtschaftskrise und den vergeblichen Versuchen der linken politischen Parteien und der Gewerkschaft, die Krisenfolgen zu bewältigen.

Programm

  • Heinrich Bleicher: Krisenjahre und Zerstörung der Republik
  • Helen Sotowic: Der „Rote Kämpfer“ als Zeitschrift der linken SPD-Opposition
  • Fritz Bilz: Hans Mayer und Erwin Sander Widerstandskämpfer im Exil und illegaler Arbeit – nur einer überlebte
  • Thomas Roth: Sozialist auf Distanz – Ludwig August Jacobsen
Anmeldungen zur Hans-Mayer-Tagung bitte per Email an:
Anmeldung_HMG-Tagung@hans-mayer-gesellschaft.de

Eine Veranstaltung der Hans Mayer Gesellschaft in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW

Standort

Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Nordrhein-Westfalen

Telefon: 0203 3177392

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