Nachricht | Erinnerungspolitik / Antifaschismus - Deutsche / Europäische Geschichte Podcast: Politische Bildung auf die Ohren

Neue Folgen bei «Mal nach den Rechten schauen» und «gestern ist jetzt»

Der Podcast «Mal nach den Rechten schauen» beleuchtet Kontinuitäten der NS-Zeit im Recht und in der juristischen Ausbildung. In der neuen Folge «Zivil(un)recht: Zivilrechtsprechung in der NS-Zeit» geht es um die Frage, wie anfällig Rechtsanwendung für Missbrauch und Vereinnahmung durch Ideologien ist.

Zwar hat sich die Rechtsprechung nach 1945 gewandelt und orientiert sich heute am Verfassungsverständnis des Grundgesetzes. Hindert dies aber in jedem Fall eine Vereinnahmung durch bestimmte politische Ideologien? Wie kann die Ausbildung auf diese Herausforderungen reagieren? Kann Rechtsprechung überhaupt objektiv und neutral sein?

Wie so oft erweist sich der Blick in die Vergangenheit als erkenntnisreich. Dazu ist Dr. Georg Falk, der zur Rechtsprechung im Nationalsozialismus in Frankfurt a.M. geforscht hat, Interviewgast dieser Folge.

Podcast-Preis

Obwohl mit seinen fünf Folgen noch recht jung, wurde «Mal nach den Rechten schauen» kürzlich von Hörer*innen auf den dritten Platz beim Jura-Podcast-Preis 2021 von JURios in der Kategorie «Was es sonst anzuhören gibt» gewählt. Zuvor war der Podcast bereits mit seinem Beitrag «Widerstände – Fritz Bauer, ein unbequemer Mahner» für den Audiopreis 2021 der Landesanstalt für Medien NRW nominiert.

«gestern ist jetzt»

Der Nationalsozialismus kann auch ganz persönlich nachwirken. Brigitte Baetz und Melanie Longerich wollten genau wissen, wie sich ihre Großväter im Nationalsozialismus verhalten haben – und wie das die Familien bis heute beeinflusst. Der Podcast «gestern ist jetzt» erzählt von ihrer Suche nach Antworten.

Um auch andere, die diese Frage umtreibt, bei ihrer Spurensuche weiterzubringen, sprechen sie mit all jenen, die bei der Familienrecherche über die NS-Zeit hilfreich sind. Zu Wort kommen aber auch Aktivist*innen, Künstler*innen und jene, die selbst schon in ihrer Familie auf Spurensuche waren. So erzählt in der aktuellen Folge 21 «Widerstand» Christa Bröcher aus Düsseldorf von ihrem Großvater, dem Kommunisten Anton „Toni“ Melchers,  und in Folge 16 erklärt der Archivar Bastian Gillner vom Landesarchiv NRW in Duisburg, welche Akten aus der Zeit des Nationalsozialismus hier zu finden sind.

Alle zwei Wochen gibt es eine neue Folge zu hören – mit spannenden Einblicken in Familiengeschichten, die Arbeit von Archiven, Gedenkstätten, Erinnerungsorten und Historiker*innen sowie mit bewegenden Gesprächen und aktuellen Debatten zu Erinnerungskultur (zum Beispiel Folge 13: «Menschen mit Nazihintergrund»).

Beide Podcasts werden von der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW gefördert.