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Publikation : Erst kommt das Fressen

LuXemburg 1/2018 fragt danach, was „Ernährungssouveränität“ für ein linkes Transformationsprojekt leisten kann

Wichtige Fakten

Reihe
Zeitschrift „Luxemburg“
Erschienen
Mai 2018
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Wie und was wir essen, wird oft als moralische Entscheidung oder persönliche Geschmacksfrage verhandelt. Wer keine Lust auf die individuelle Suche nach dem richtigen Essen im falschen System hat, schiebt die Frage gern beiseite, gerade als Linke*r. Doch wirkliche gesellschaftliche Veränderung geht nicht ohne eine Revolution unseres Essens. Die Krisen und Verwerfungen des globalen Kapitalismus sind eng mit den Umbrüchen eines von Konzernen dominierten Ernährungssystems verknüpft.

So ist rund ein Drittel der erwerbsfähigen Weltbevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt. Die neuen Landnahmen und die Marktmacht der Lebensmittelindustrie zerstören natürliche Ressourcen und lokale Versorgungssysteme auf der ganzen Welt. Abgehängte ländliche Räume bieten auch autoritären populistischen Bewegungen einen Boden, die „traditionelle“ Lebensweisen verteidigen wollen.

Es zeigt sich: Das globale Ernährungssystem scheitert nicht nur an dem Anspruch, die Welt satt zu machen. Es schafft auch neue Abhängigkeiten und untergräbt die Selbstbestimmung von Staaten und lokalen Gemeinschaften. Es sind die Bewegungen von Landlosen und Kleinbäuer*innen im globalen Süden, die sich seit Jahrzehnten für „Ernährungssouveränität“ stark machen. Für sie ist der Kampf gegen das Ernährungsregime der Konzerne ein Kampf um Demokratie. Auch hierzulande regt sich Widerstand gegen die Nahrungsmittelindustrie, nicht erst seit den „Wir haben es satt“-Demonstrationen. Wie lässt sich diese Kritik von links aufgreifen und zuspitzen?

LuXemburg 1/2018 fragt danach, was „Ernährungssouveränität“ für ein linkes Transformationsprojekt leisten kann. Wie sehen Alternativen zu einem Markt des Fressens und Gefressen-werdens auch jenseits von Nischen aus? Wie geht „bio für alle“ und wer kämpft dafür? Wie wird eine Bewegung für gutes Essen auch zur Bewegung für gute Produktions- und Arbeitsbedingungen? Wie lassen sich Verbraucher*innen politisieren und was können wir von globalen Bewegungen für Ernährungssouveränität lernen? 

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