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Publikation : Industrie 4.0, Arbeit 4.0 – Gesellschaft 4.0?

Eine Literaturstudie von Ingo Matuschek

Wichtige Fakten

Reihe
Studien
Erschienen
März 2016

Details

Unter den Schlagworten „Industrie 4.0“ und „Arbeit 4.0“ werden hierzulande Modernisierungsstrategien verhandelt, die Umbrüche in der Produktionsweise, der gesellschaftlichen und beruflichen Arbeitsteilung sowie der Arbeitsverhältnisse gestalten wollen. Den Ausgangspunkt bildet die These von einer bevorstehenden neuen Welle und Qualität der Automation, die unter anderem auf der Miniaturisierung der Sensortechnik, Big Data und gesteigerten Datenverarbeitungskapazitäten sowie „lernenden“ Algorithmen beruht. Im Mittelpunkt stehen die vollautomatisierte Fabrik und die „künstliche Intelligenz“, eine neue Stufe der Übertragung von Kopfarbeit auf Maschinen. Unter dem Stichwort „Internet der Dinge“ geht es in der US-amerikanischen Debatte eher um eine neue Art von Produkten wie etwa „Mobilität“ oder „Gesundheit“. Ein dritter Strang ist das „virtuelle Unternehmen“, die Auflösung der klassischen Fabrik in sogenannte Plattformunternehmen, die über die steuernden Algorithmen verfügen, um auf verschiedene materielle Produktionsschritte zur Herstellung des gewünschten Produkts überall auf der Welt und zugleich kundennah zugreifen zu können. Globale Wertschöpfungsketten, Unternehmens- und Arbeitsorganisation verändern sich, Lohnarbeit verwandelt sich in Auftragsarbeit.

Zu diesen sich heute eher noch zaghaft abzeichnenden Umbrüchen ist in den vergangenen zwei, drei Jahren eine Reihe von Studien entstanden, die mit unterschiedlichen Instrumentarien die Auswirkungen der neuen Automationswelle auf Arbeitsqualifikationen und Arbeitsplätze zu prognostizieren versuchen. Dabei kommen sie zu sehr unterschiedlichen Voraussagen.

Die vorliegende Studie von Ingo Matuschek nimmt eine kritische Würdigung der wichtigsten bis Herbst 2015 veröffentlichten Studien vor und gleicht ihre Ergebnisse ab. Am Ende steht eine Einschätzung, welche Handlungsrelevanz die prognostizierten Entwicklungen haben (sollten) und wo sie selbst eher Teil einer bestimmten Modernisierungsstrategie sind.

Die Literaturstudie ist im Zusammenhang mit Diskussionen im Gesprächskreis „Klassen und Sozialstruktur“ bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung entstanden. Der Gesprächskreis beschäftigt sich regelmäßig mit Veränderungen der gesellschaftlichen und beruflichen Arbeitsteilung sowie mit der Neuzusammensetzung von Arbeit im Zuge der „Digitalisierung“. Die Studie schafft eine Basis für weitere Debatten, die sich statt der Frage „Was kommt?“ stärker mit der Frage „Wer gestaltet und beeinflusst was?“ befassen können.

Inhalt:

  • 1 Einleitung: Industrie, Arbeit, Gesellschaft 4.0
  • 2 Literaturbasis
  • 3 Technik und Rationalisierung in arbeits- und industriesoziologischer Perspektive
    • 3.1 Informatisierung der Arbeit
    • 3.2 Subjektive Leistungen der Arbeitenden als Komplement technisierter Arbeit
  • 4 Erkenntnisstand zur Industrie 4.0 – ausgewählte Studien
    • 4.1 Allgemeine Auswirkungen auf Wirtschaftsbereiche, Qualifikation und Arbeitsteilung
    • 4.2 Die immanente Basis der Prognosen – gesellschaftspolitische Szenarien
    • 4.3 Aktive und passive Träger – Versprechungen und Hoffnungen versus Vorbehalte und Befürchtungen
  • 5 Resümee: Industrie 4.0, Arbeiten 4.0 – arbeits- und gesellschaftspolitische Herausforderungen

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